Welcome to Hongkong!

04Dez2018

Hongkong ist eine atemberaubende Stadt! International, pulsierend, vielfältig und spannend. Die Stadt ist nicht vergleichbar mit all den anderen chinesischen Städten, die ich während meines Auslandssemesters in China kennengelernt habe. Die Wolkenkratzer stehen viel enger aneinander, die Straßen sind schmaler und an vielen Orten ist noch der britische Einfluss spürbar – was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Es herrscht Linksverkehr, es fahren jede Menge Doppeldecker durch die engen Straßen und jeder spricht Englisch. Wenn man die Gebäude genauer betrachtet fällt auf, dass häufig Löcher in den Gebäuden sind. Diese sind dazu da, damit die Drachen trotzdem noch durch die Stadt fliegen können... ;). Hongkong hatte so viel zu bieten, dass fünf Tage eigentlich ziemlich knapp bemessen waren. Im Museum of History wird auf eine interessante, unterhaltsame Weise die Geschichte und Tradition Hongkongs erzählt. Außerdem gibt es in der Stadt jede Menge verschiedene Märkte wie den Straßenmarkt in Mong Kok, den Kunst- und Antikmarkt an der Hollywood Road oder den Nachtmarkt an der Temple Street. Richtig schön und eines der Highlights in Hongkong war die Fahrt mit der Peak-Tram! Die Peak-Tram ist eine alte Standseilbahn, die seit 1888 in Betrieb ist. Oben angekommen, sind wir den Peak-Rundweg gelaufen. Dabei kann man über ganz Hongkong sehen und den Großstadtdschungel bestaunen. Die Aussicht dort war wirklich einzigartig. Am Times Square in Hongkong gibt es eine riesige Mall und total viele Geschäfte. Es hat so viel Spaß gemacht hier durch die Läden zu schlendern, nur leider hat mich mein begrenztes Gepäck für den Rückflug nach Deutschland vom Shoppen abgehalten.... In Stanley, der südlichsten Ortschaft Hongkongs herrschte ein Urlaubsflair mit Strand und Restaurants an der Promenade. Dort haben wir den letzten Tag verbracht und nochmal eine andere Facette Hongkongs kennengelernt.

Die Zeit vergeht einfach so unfassbar schnell. Gerade bin ich schon in Taiwan und sitze im Zug nach Hualien. In genau zwei Wochen geht schon der Rückflug von Shanghai zurück nach Deutschland. Morgen ist Tag 100 in China. Wo ist die Zeit geblieben?

Ein Loch in den Hochhäusern, damit die Drachen noch durch die Stadt fliegen können Ausblick vom Peak auf Hongkong Ausblick vom Peak auf Hongkong Ausblick vom Peak auf Hongkong Hongkong bei Nacht

 

10 Things to Do in Shanghai

03Nov2018

Inzwischen ist schon mehr als die Hälfte der Zeit in Shanghai vorbei und ich bin nur noch 3 Wochen in der Stadt. Zurück nach Deutschland geht es zwar erst am 18. Dezember, aber bis dahin bin ich noch für 5 Tage auf Hainan, 6 Tage in Hongkong und 11 Tage in Taiwan. Langweilig wird es also nicht...

Und da ich den Eindruck habe, bisher zu wenig über Shanghai berichtet zu haben, möchte ich in diesem Beitrag über die endlos vielen Facetten von Shanghai und über Dinge berichten, die man hier erleben kann. Ich bin mir sicher, dass jeder der hier war, etwas anderes erzählen würde und man sogar glauben könnte, gar nicht in derselben Stadt gewesen zu sein. Denn egal in welcher Metrostation man aussteigt oder wohin man fährt - Shanghai ist immer anders und selbst die einzelnen Viertel sind nicht miteinander zu vergleichen. 

1. East Nanjing Road & der Bund

Ein absolutes Muss für jeden der nach Shanghai kommt, ist ein Besuch der East Nanjing Road. Hier reiht sich eine Mall an die nächste und es gibt alles was das Herz begehrt. Chinesische Supermärkte, Restaurants, Geschäfte aller Preisklassen und viel zu entdecken (zum Beispiel einen deutschen Bäcker oder ganze Food-Courts, die sich hinter unscheinbaren Eingängen verbergen). Wenn man am People Square aussteigt und immer der East Nanjing Road folgt, gelangt man automatisch zum Bund, den man sich in Shanghai wirklich nicht entgehen lassen sollte! Vor allem abends ein schöner Anblick!

Der Bund bei Dunkelheit East Nanjing Road

2. Französische Konzession & Tianzifang

Mit der Metro in der Französischen Konzession angekommen, fällt direkt auf, dass die Straßen hier von ungewöhnlich vielen Bäumen gesäumt werden und alles grüner und gediegener wirkt. Von Shanghais Wolkenkratzern ist hier wenig zu spüren. Spaß macht es, sich ein Fahrrad zu mieten (z.B. Mobike) und damit das Viertel zu erkunden. Die engen Gassen von Tanzifang können zu Fuß erkundet werden und hier gibt es viel Streetfood sowie kleine Boutiquen. Es macht viel Spaß durch die Gassen zu schlendern und das ein oder andere Mal die Orientierung zu verlieren :)

Französische Konzession Park in der Französischen Konzession

3. "Hidden Cafés" in Shanghai suchen

Zugegeben, man sucht kein Café wenn man nur ein paar Tage in Shanghai ist. Aber wenn man länger hier ist und Cafés mag, dann ist es einfach nur toll die versteckten Plätze zu finden und die Ruhe dort abseits der Menschenmassen zu genießen. Leider bin ich erst letzte Woche das erste Mal in einem versteckten Café gewesen, aber das hat mir so gut gefallen, dass es mit Sicherheit nicht das letzte Mal war. Den Eingang haben wir erst beim dritten Mal vorbeigehen und mit Hilfe von Maps gefunden, weil die unscheinbare schwarze Tür in der Mauer ganz und gar nicht wie ein Eingang zu einem Café aussah...

Der unscheinbare Eingang zum versteckten Café 1984 Auf dem Innenhof im Café

4. Stoffmarkt am südlichen Bund & andere Märkte 

Der Stoffmarkt hier in Shanghai gehört auf jeden Fall mit zu meinen persönlichen Highlights während des Auslandssemesters! Der Markt ist vollgestopft mit den verschiedensten Ständen und es kann wirklich alles maßgeschneidert werden, was das Herz begehrt. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick bekommt man das neue Lieblingskleidungsstück zu einem wirklich guten Preis, für den man etwas Vergleichbares nicht in einem Geschäft kaufen kann. Mich begleiten zwei Mäntel zurück nach Deutschland ;) 

Außerdem gibt es eine Menge Fakemärkte, auf denen alles Mögliche für einen Spotpreis im Vergleich zum Original angeboten wird (natürlich leidet darunter auch die Qualität...). Zu kaufen gibt es Verschiedenes, aber hauptsächlich Taschen, Rucksäcke, Uhren, Brillen und Kleidung.

Stoffmarkt am südlichen Bund Fakemarket in Shanghai

5. Altstadt & Yuyuan Garden 

Über die Altstadt habe ich auf meinem Blog schon einen Beitrag verfasst, weshalb ich das an dieser Stelle nicht nochmal wiederholen möchte. Aber auch der Yuyuan Garden, der sich direkt an die Altstadt anschließt, lohnt sich zu besuchen. Man bekommt einen wirklich guten Eindruck über die traditionelle chinesische Gartenbaukunst und es ist schön, dort eine Zeit zu verweilen und den Anblick zu genießen.

Yuyuan-Garden bei der Altstadt Yuyuan-Garden bei der Altstadt

6. Xiaolongbao & Dumplings essen

"Xiaolongbao" sind kleine Dampftäschen mit Füllung, die in Körben serviert und vor dem Essen in Essig getunkt werden. Sie sind wirklich lecker und auch für den westlichen Geschmack nicht unangenehm. Dumplings sind ähnlich wie Xiaolongbao, nur werden sie gebraten. Für beides ist die Shanghaier Küche bekannt.

Xiaolongbao

7. Abends nach Pudong fahren

Pudong - das wirtschaftliche Machtzentrum von Shanghai! Die riesigen Wolkenkratzer haben ihr ganz eigenes Flair und nachts auf den Bund zu schauen oder zwischen den neonbeleuchteten Hochhäusern herumzulaufen, hat seinen ganz eigenen Charme. Es ist wirklich beeindruckend, die wahnsinnig hohen Wolkenkratzer mal von Nahem zu sehen und einfach am Ufer des Huangpu entlang zu laufen. 

Der Blick abends von Pudong auf den Bund  Wolkenkratzer in Pudong

8. Jadebuddha-Tempel

Dieser buddhistische Tempel liegt mitten in Shanghai und lohnt sich für einen halbtägigen Besuch. Es gibt viele verschiedene und schöne Buddha-Statuen zu bewundern und auch viele Reisegruppen besuchen deshalb den Tempel. Oft beten gläubige Besucher die Statuen an und Mönche laufen durch den Tempel.

Statue im Jadebuddah-Tempel

9. Metro in der Rushhour fahren

Das Metronetz in Shanghai ist riesig und die Fahrten sind mit durchschnittlich 3 Yuan (ca. 37 Cent) sehr günstig. Die Bahnen kommen im Minutentakt und trotzdem sind die Züge in der Rushhour am Morgen und späten Nachmittag so voll, dass man Glück haben muss noch in die ankommende Metro zu passen. Es ist eigentlich unvorstellbar, wie viele Menschen zu dieser Zeit unterwegs sind und es ist eine echte Erfahrung, die Rushhour mal mitgemacht zu haben.

10. Nachtleben von Shanghai

Auch wenn die Metro in Shanghai nur bis 23 Uhr in Betrieb ist, schläft Shanghai nie! Es gibt hier so viele Bars und Clubs, in denen jeden Tag, egal ob Wochentag oder Wochenende, etwas los ist. Das Nachtleben in Shanghai sollte man wirklich mal ausprobiert haben. Zum Beispiel in der Bar "Beer Lady" in der Nähe der Metrostation "Xinzha Road" gibt es verschiedene Biersorten aus der ganzen Welt. 

 

Puh...Das ist ein ziemlich langer Blogeintrag geworden und ich hoffe, dass ich euch ein bisschen was von dem Shanghai erzählen konnte, dass ich hier erlebe! Und besonders freue ich mich, wenn du bis hier gelesen hast :)

Mein nächstes aufregendes Erlebnis wird ein Besuch bei einem chinesischen Frisör am Sonntag. Begleitet werde ich zum Glück von einer chinesischen Freundin, sodass die sprachliche Barriere überwunden werden kann. 

Yellow Mountains in Huangshan

22Okt2018

Wie die Zeit verfliegt! Inzwischen ist schon mehr als die Hälfte der Zeit des Auslandssemesters vorbei und im studentischen Alltag sind wir hier längst angekommen. Die ersten Referate und Hausarbeiten sind inzwischen fertig, aber es stehen noch weitere bevor.

Letztes Wochenende waren wir von Donnerstag bis Sonntag in Huangshan, circa 400 Kilometer von Shanghai entfernt. Dieses Mal gab es leider keinen Hochgeschwindigkeitszug, sodass die Fahrt fast fünf Stunden gedauert hat. Grund für den Trip war eigentlich, dass wir gerne in den Yellow Mountains wandern gehen und ein bisschen die Natur genießen wollten. Rückblickend war aber nicht der Tag in den Bergen, sondern ein Tag in den Hot Springs in Huangshan das absolute Highlight unseres Trips! Jedem der einen Trip nach Huangshan plant, kann ich die Hot Springs wärmstens empfehlen. Die heißen Quellen sind circa 40 Grad warm und in entspannter Atmosphäre kann der Ausblick auf das Gebirge genossen werden...

Als wir am Samstagmorgen an der Seilbahnstation in Tongkou Stadt angekommen sind, waren dort schon unfassbar viele Menschen, die ebenfalls auf den Berg wollten. Leider war es auf dem Berg nicht anders. Dicht gedrängt, Schulter an Schulter sind wir die ersten paar hundert Meter die Treppenstufen gelaufen. Zugegeben hat mich der Massentourismus auf dem Berg zeitweise überfordert und war das genaue Gegenteil von dem, was man sich unter "Wandern in der Natur" vorgestellt hat. Glücklicherweise wurde es irgendwann etwas entspannter, was bedeutet, dass man wenigstens normal laufen konnte, nicht das weniger Menschen auf dem Berg waren. Zum Glück hatten wir oben auf dem Berg bessere Sicht und der Nebel hatte sich zeitweise verzogen, sodass wir doch noch die Berge sehen konnten und ein paar wirklich schöne Spots gefunden haben.

Außerdem haben wir noch die Old Street von Tunxi besucht, in der vom Massentourismus auf dem Berg nicht so viel zu spüren war. In den Gassen wurde man von den ganzen Gerüchen von Gewürzen betäubt und an jedem Stand wurden verschiedene Snacks verkauft. 

  Yellow Mountains Yellow Mountains Massentourismus in den Yellow Mountains Altstadt Tunxi in HuangshanAltstadt Tunxi in HuangshanSpezialität aus Huangshan.. ich weiß nicht genau, was es ist, aber es war sehr lecker!!!

Peking - 北京 - Běijīng

25Sept2018

Wow! Wir waren von Donnerstag bis Montag in Peking und ich bin einfach nur begeistert von dieser Stadt. Wir haben dort unglaublich viel erlebt und eine andere Seite von China kennengelernt. Peking ist nicht vergleichbar mit Shanghai - beide Städte haben wirklich ihren ganz eigenen Charme. Während Shanghai von den vielen Wolkenkratzern und eng bebauten Straßen geprägt ist, wirkt Peking eher weniger gigantisch und auch die Gebäude scheinen deutlich niedriger als in Shanghai zu sein. Das ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass in Peking kein Gebäude die verbotene Stadt übertrumpfen darf. Besonders charakteristisch für Peking sind die Hutongs die ihren ganz eigenen Charme versprühen und geradezu einladen, in den Gassen schlendern zu gehen. Hutongs sind traditionelle Gassen, die es eher in Nordchina gibt und in denen die Chinesen auch heute noch leben. Inzwischen haben sich dort auch kleine Geschäfte und Streetfood angesiedelt.

Aber nun einmal zum Anfang unseres Trips: Peking ist über 1300 Kilometer von Shanghai entfernt! Diese wahnsinnig lange Strecke sind wir in überraschend kurzer Zeit mit einem Highspeed-Zug gefahren und waren auf dem Hinweg innerhalb von 4,5 Stunden in Peking. Der Zug war mit knapp 400 km/h unterwegs... Die Rückfahrt war etwas langsamer und wir haben ungefähr eine Stunde länger gebraucht.

Das absolute Highlight in Peking war eine Wanderung auf der chinesischen Mauer am Samstag! An diesem Tag sind wir mit dem Bus knapp 3 Stunden aus Peking rausgefahren und sind von Jinshanling nach Simatai gewandert. Der erste Teil der Mauer war restauriert und umso weiter wir gewandert sind, umso "ursprünglicher" wurde die Mauer. Die Aussicht war traumhaft schön und vor allem hatten wir zum Glück auch noch bestes Wetter um eines der sieben Weltwunder zu bewundern...

Außerdem haben wir in Peking noch die verbotene Stadt, den Himmelstempel, den Sommerpalast und einen Antikmarkt besucht. Es gab so viel dort zu sehen, dass wir auch noch ein paar Tage länger hätten bleiben können... Alles hat mich auf verschiedene Art und Weise beeindruckt, auch wenn einige Sightseeingspots touristisch vollkommen überlaufen waren. Was für Studenten besonders gut ist: Nahezu überall erhält man den Eintritt für die Hälfte bei Vorlage des Studentenausweises. Fazit von Peking ist jedenfalls, dass es absolut lohnenswert ist dort ein paar Tage zu verbringen, wenn die Chance dazu besteht :-)

Great Wall of China Great Wall of China Himmelstempel - Temple of Heaven Summerpalace Panjiayuan Antique Market Panjiayuan Antique Market Panjiayuan Antique Market Streetfood in den Hutongs für Mutige... (nicht für mich) 

Die ersten Tage an der Shanghai University und Hotpot essen...

11Sept2018

Die ersten zwei offiziellen Tage als Student an der Shanghai University sind inzwischen geschafft. Die Orientierungstage waren ziemlich unorganisiert, haben aber trotz allem Spaß gemacht und wir haben viele neue Leute kennengelernt. Am ersten Tag wurde eine kurze Begrüßungsrede gehalten und zu diesem Zeitpunkt lief alles noch relativ geordnet ab und wirkte organisiert. Wir haben alle Kurse erhalten, die wir gewählt haben und auch der Stundenplan ist zu unseren Gunsten ausgefallen, sodass wir donnerstags und freitags frei haben. Dank der langen Wochenenden werden wir also ausreichend Zeit haben Ausflüge zu unternehmen, um Shanghai und Umgebung zu erkunden. Ganz oben auf der Liste steht ein langes Wochenende in Peking! Während der Orientierungstage wurde uns der Campus und die Umgebung gezeigt, allerdings konnten die chinesischen Guides leider kein Englisch.

Am zweiten Orientierungstag haben wir wirklich ein bisschen vom "echten" China und dessen Tradition kennengelernt. Der Tag hat mit "Chinese Handcraft" begonnen und wir haben traditionelle chinesische Handarbeit kennengelernt und uns wurde gezeigt wie wir ein Armband knüpfen. Anschließend gab es einen einführenden Vortrag über Shanghai. Besonders ungewöhnlich ist die Tatsache, dass jedes Wochenende in Shanghai ein Heiratsmarkt am People Square stattfindet. Für den Markt erstellen Eltern einen Lebenslauf mit Alter, Größe, Gewicht, Schulbildung, Gehalt usw. von ihren Kindern und arrangieren dann erste Treffen mit potenziellen Partnern. Nachmittags sind wir zu viert mit zwei Chinesen zur französischen Konzession gefahren und sind duch Tianzifang geschlendert. Tianzifang ist ein traditionelles Gassenlabyrinth, in dem nichts vom riesigen Shanghai und den vielen Wolkenkratzern zu spüren ist. Abends waren wir gemeinsam in einem Restaurant, in das wir ohne Chinesen wahrscheinlich niemals gegangen wären, essen: Ein Hotpot-Restaurant, in dem man um einen runden Tisch sitzt und in der Mitte eine Art Fondue in den Tisch eingelassen ist. Dort gibt es zwei verschiedene kochende Brühen (eine scharfe und eine neutrale) in die verschiedene Dinge reingeworfen und anschließend gegessen werden. Jeder kann sich selbst eine Soße zusammenstellen, um das Essen damit zu würzen. Claire (die Chinesin mit der wir dort waren) hat die beliebtesten Sachen bestellt, die üblicherweise beim Hotpot bevorzugt werden - für uns war es zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe auch nicht alles probiert. Unter anderen zählte Darm, Blut (fest und in Scheiben geschnitten) sowie eine Innerei zu den sehr ungewöhnlichen Dingen, über die ich auch nichts berichten kann... Ein Highlight während des Essens waren handgezogene Nudeln! Diese haben wir kostenlos inklusive Showeinlage bekommen. Die Kellner sagten, dass es "ein Geschenk für die Freundschaft" sei. Der Nudelteig wurde vom Koch geschickt durch die Luft geschleudert und dadurch immer dünner und länger. Zum Schluss wurde der Teig mit einem Messer in mehrere kurze Nudeln geschnitten und in der neutralen Brühe gekocht.

Claire und ich vor dem Eingang des Restaurants Jana und ich in Tianzifang Chinese Handcraft

Einzug in das Studentenwohnheim

03Sept2018

Wir wohnen jetzt seit drei Tagen im internationalen Studentenwohnheim der Shanghai University und haben uns inzwischen auch schon ein bisschen eingelebt. Hier in dem Gebäude gibt es nur Doppelzimmer und ich wohne zusammen mit Jana auf einem Zimmer. Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat. Ein bisschen schade ist, dass wir entgegen der Ankündigung von Asia Exchange kein eigenes Badezimmer haben. Auf jedem Flur gibt es vier Doppelzimmer und ein Badezimmer mit zwei Duschen, drei Toiletten und drei Waschbecken. Bisher leben wir auf unserem Flur nur zu dritt, in einem anderen Zimmer wohnt ein Mädchen aus der Ukraine.

Die Zimmer hier wurden letztes Jahr renoviert und sind dementsprechend in einem guten Zustand. Jeder hat ein eigenes kleines Bett, einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank und wir haben einen kleinen Balkon. Um ein bisschen mehr Gemütlichkeit und ein heimisches Gefühl im Zimmer zu haben, sind wir noch zu Ikea gefahren, um einzukaufen (ich war ziemlich überrascht, dass es in China Ikea gibt! Vor allem sieht es dort genauso aus wie in Deutschland, es gibt auch die gleichen Produkte und sogar Hotdogs...). Dort haben wir uns eigenes Bettzeug und Bettwäsche sowie Geschirr und Besteck gekauft. Morgens frühstücken wir hier Müsli mit Obst, weil es uns doch etwas widerstrebt morgens schon Reis, Nudeln oder Suppen zu essen. Hier im Studentenwohnheim gibt es kein Geschirr oder Besteck, weshalb sich jeder selbst darum kümmert. Direkt neben dem Studentenwohnheim gibt es einen kleinen Campus-Supermarkt und die Mensa. Außerdem können wir hier für wenige Yuan unsere Wäsche waschen. Das Studentenwohnheim mit den Einzelzimmern ist nur ein paar Gehminuten von uns entfernt.

Inzwischen haben wir auch schon ein paar weitere Asia Exchange-Kommilitonen kennengelernt, die hier ebenfalls wohnen. Am Donnerstag und Freitag sind die Orientierungstage und am Montag beginnen dann schon die Kurse. 

Die Altstadt - Zeitreise ins alte China

01Sept2018

Am 30. August haben wir die Shanghaier Altstadt erkundet. Dort hat man ein bisschen das Gefühl ins traditionelle China zurückversetzt zu sein. Viele alte Gebäude, kleine Gassen und Häuser sowie mehrere Tempel prägen das Stadtbild dieses Viertels. Dieser Teil der Stadt stammt noch aus der Zeit von vor den 1850er Jahren. Ein krasser Gegensatz zu den alten Gebäuden in diesem Viertel sind die vielen Hochhäuser, die es rundherum gibt.

Beim Schlendern durch die Altstadt haben wir jede Menge kleine Geschäfte und Streetfood-Stände gesehen, die mit ihrem Angebot versuchen die Besucher anzulocken. Im Gegensatz zu den Geschäften an der East Nanjing Road ist es hier aber weniger konventionell und es wird nicht laut Werbung über ein Mikrofon gemacht. Außerdem gibt es in der Altstadt die Yuyuan-Gärten, die hier in Shanghai als Highlight gelten. Dort kann die Gartengestaltung aus der Ming-Dynastie bewundert werden. Die Gärten werde ich ein anderes Mal besuchen und euch dann darüber berichten. Denn der Eintritt kostet mit einem Studentenausweis nur noch die Hälfte und den bekommen wir erst während der Orientierungstage in der nächsten Woche.

In einer Shopping-Mall kurz vor dem Eingang der Altstadt haben wir mittags etwas gegessen. Shopping-Malls gibt es in Shanghai wahnsinnig viele und in allen Malls haben sich kleine Restaurants und Food-Ketten angesiedelt, sodass es dort meistens eine große Auswahl an Gerichten gibt. Ich habe diesesmal „xiaolongbao“ probiert, die typisch für die Shanghaier Küche sein sollen. Das sind kleine, aus dünnem Teig und verschieden gefüllte Dampftäschchen, die in Essig getunkt werden. Die haben lecker geschmeckt und für uns als Europäer auch nicht ungewöhnlich... Allerdings ist es manchmal gar nicht so einfach etwas zu essen zu bestellen, weil die meisten Karten nur auf chinesisch sind. Zum Glück haben aber einige Restaurants bebilderte und manche sogar englische Karten :)

Um einmal kurz beim Essen zu bleiben: Die Gewohnheiten der Chinesen sind ganz anders als die von uns und es werden einige "Klischees" tatsächlich erfüllt! Also zunächst muss man auch als Nicht-Chinese alles mit Stäbchen essen, manchmal bekommt man bei Suppen noch einen kleinen Löffel dazu (wahrscheinlich aber nur aus Mitleid). Die Chinesen selbst können sehr geschickt mit den Stäbchen umgehen und wirklich alles damit essen, sogar Schnitzel! Suppen werden hier lautstark geschlürft und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass der Kopf fast in der Schüssel hängt. Auch schmatzen die Chinesen laut und der ein oder andere rülpst während des Essens ausgiebig. Uns ist noch aufgefallen, dass sich während des Essens kaum unterhalten wird.

  Ein Tempel in der Altstadt von Shanghai Enge Gassen in der Altstadt  Das Eingangstor zur Altstadt - im Hintergrund die modernen Hochhäuser von Shanghai  

你好上海 - Hallo Shanghai!

29Aug2018

Das Abenteuer in Shanghai hat nun offiziell begonnen und inzwischen sind wir seit zwei Tagen hier.

Gestern sind wir nach 15 Stunden endlich am Flughafen Shanghai-Pudong angekommen und konnten zum Glück problemlos mit unserem Visum einreisen und hatten schnell unsere Koffer auf dem Gepäckband entdeckt. Im Ankunftsbereich wurden wir dann auch direkt von einem chinesischen Taxifahrer angesprochen, der uns zu unserer Unterkunft für die ersten Tage gebracht hat. Schon während der Fahrt haben wir gemerkt, dass es hier mit Englisch schwierig wird, weil der Taxifahrer kein Wort sprechen konnte und auch kein Englisch verstanden hat. Für unsere nächste Taxifahrt haben wir inzwischen gelernt, dass das Taxi fahren deutlich günstiger sein sollte, als unsere erste Fahrt... Gestern haben wir dann erstmal ein bisschen die nähere Umgebung erkundet und waren in einem chinesischen Supermarkt um Wasser einzukaufen, weil das Leitungswasser hier nicht trinkbar ist. Außerdem haben wir mit Stäbchen eine Nudelsuppe mit Hühnerfleisch gegessen, was erstaunlich gut funktioniert hat.

Heute waren wir an der East Nanjing Road und am Bund, mitten im Zentrum von Shanghai. Der Bund gilt als erster Anlaufpunkt für Besucher Shanghais, weshalb wir uns das heute natürlich nicht entgehen lassen wollten :-) Die East Nanjing Road ist eine riesige und lange Straße voller Geschäfte und einer Menge Shopping-Malls, in denen man alles mögliche kaufen kann. Vor den Geschäften stehen oft Chinesen, die über ein Mikrofon lautstark Werbung machen, um die Menschen in ihre Geschäfte zu locken. Ganz nach dem Motto "umso lauter und bunter, desto günstiger".

Der erste Eindruck ist auf jeden Fall, dass hier alles überdimensional groß ist. Die Hochhäuser sind hier wahnsinnig groß und die auch Stadt ist unvorstellbar groß! Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch, sodass sich die heutigen 33 Grad deutlich wärmer angefühlt haben. Auch mit Englisch, kommt man hier leider nicht weit, obwohl die Chinesen bisher immer sehr bemüht waren uns bei unseren Anliegen zu helfen. Deshalb bin ich froh, dass wir in der Universität ein bisschen Chinesisch lernen werden. Zum Glück gibt es aber in den Restaurants bebilderte Speisekarten, sodass man ohne Probleme etwas bestellen kann, indem man einfach auf das Bild zeigt. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich gespannt, was mich hier kulinarisch noch so erwartet! Außerdem ist uns aufgefallen, dass sich die Chinesen besonders stark vor der Sonne schützen. Viele haben trotz der heißen Temperaturen lange Kleidung an und nutzen einen Regenschirm als Sonnenschutz. Auch die Menschen, die hier Elektroroller fahren sind oft inklusive Handschuhe vor der Sonne mit langer Kleidung geschützt. 

Am Samstag werden wir in unser Zimmer im Studentenwohnheim umziehen. Ich bin schon gespannt, wie wir die nächsten drei Monate dann wohnen werden. Ich werde berichten....

Ausblick am Bund Die East Nanjing Road

 

 

Der Countdown läuft!

09Aug2018

Die Tage bis zum Abflug nach Shanghai sind gezählt! In knapp zwei Wochen geht mein Abenteuer in China los. Und was soll ich sagen - ich freue mich wahnsinnig, bin sehr aufgeregt und einfach gespannt was mich dort erwarten wird. Bisher war ich noch nie in Asien, weshalb es für mich tatsächlich eine Reise ins Unbekannte ist. 

Hier in meinem ersten Blogeintrag möchte ich ein bisschen etwas über die Vorbereitung meines Auslandssemesters erzählen. Gemeinsam mit Jana, einer Freundin aus dem Studium, mache ich das Auslandssemester in China mit der Organisation Asia Exchange. Nachdem im Januar 2018 feststand, dass ich einen Studienplatz an der Shanghai University bekomme, habe ich direkt Auslands-BAföG beantragt. Damit startete auch schon ein wichtiger und zeitintensiver Part der Vorbereitung. Nebenbei kann ich jedem, der auch mit dem Gedanken spielt ein Auslandssemester zu machen, nur empfehlen es wenigstens zu versuchen BAföG für den Aufenthalt zu erhalten. Außerdem waren viele Impfungen notwendig, bevor mein Abenteuer starten kann. Auch eine Kreditkarte ist für das Auslandssemester sehr sinnvoll.

Aber nun zu den Vorbereitungen, die Spaß gemacht sowie die Vorfreude wirklich gesteigert haben und nach wie vor steigern: Eine Kommilitonin hat letztes Jahr auch ein Auslandssemester in Shanghai verbracht. Sie war und ist absolut begeistert von China. Wir haben uns mit ihr getroffen und über das Studentenleben und ihr vergangenes Auslandssemester unterhalten und nützliche Tipps erhalten. Auch Reportagen über China und Shanghai geben einen tollen ersten Eindruck über das Land. Dadurch habe ich das Gefühl, dass ich mir wenigstens ein bisschen vorstellen kann, was mich dort erwartet! Zum Geburtstag habe ich zwei Reiseführer über Shanghai bekommen und darin ein bisschen zu stöbern, ist unglaublich spannend und faszinierend.

In den ersten Tagen in China werden Jana und ich in einem Hotel in Shanghai wohnen und erstmal die Stadt erkunden. Zu Studienbeginn werden wir dann in das Studentenwohnheim der Shanghai University ziehen, wo wir dann während der gesamten Studienzeit wohnen werden.

Über meine Erlebnisse in China werde ich hier regelmäßig berichten und würde mich über Kommentare und Leser freuen :)